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posted by sebastianb |
And that land that I live in has Häupl on its side Die Arena wird 30, und das wird sogar in etablierten Medien abgefeiert wie sonst was. Ist auch ein schöner Anlass. Auch wenn die Arena als Blaupause für die (Underground-)Kulturpolitik Wiens steht, im Rahmen derer "Aufmüpfigen" so lange auf die Füße getreten wird, bis sie sich bereitwillig in die große Kuschelfamilie der Stadt Wien, die nicht eben für ihre pluralistische Struktur bekannt ist, einfügen oder zumindest an deren finanzielles Gängelband begeben. Einige Highlights: Dem Flex wurden nach der Räumung der Lokalitäten in der Arndtstraße großzügig Räumlichkeiten der Wiener Linien im (schwarzen) ersten Bezirk angeboten, wodurch nicht zuletzt dem damaligen Bezirksvorsteher Richard Schmitz ein, sagen wir, Schmitzchen geschlagen wurde. Auch dem WUK wurden 1978 von Bürgermeister Gratz Räumlichkeiten des ehemaligen TGM zur Verfügung gestellt, das WUK ist heute ein hoch subventionsabhängiger Betrieb mit teils erstaunlich hohen Eintritts- und Getränkepreisen. Ähnlich die damalige Übergabe der heutigen Arena, die heute bei ihren Investitionsentscheidungen mit der Gemeinde quasi ident ist (der Umbau wurde voll von der Stadt finanziert), seit damals "dem Ganzen dann bekanntlich ein pragmatisches, bitterböses Ende gesetzt" wurde, wie Konstanze Breitebner das im Falter-Interview nennt. Dort wo ihr wollt, kann man leider keine Subkultur machen, dort wo wir wollen, schon - Förderung durch Umarmung. Die Szene Wien wurde konsequenterweise überhaupt der Wiener Stadthalle eingegliedert. Das Fluc wurde als Bobo-Wahlzuckerl unter medienwirksamer Beteiligung nahmhafter SPÖ-Politiker kurz vor der Gemeinderatswahl o ermöglicht o gerettet o überhaupt erst registriert (bitte ankreuzen!), kann man so oder so interpretieren. Das EKH(-Gebäude) sollte vom Fonds Soziales Wien übernommen werden - dies scheiterte bisher offenbar an nicht ganz durchsichtigen Gründen, aber auch an der kritischen Haltung der Betreiberinnen und Betreiber. Es soll hier aber gar nicht ums schlecht Machen von Lieblingslokalen gehen oder um die Frage "Kommerzialisierung von ehemals alternativen Beatschuppen - ja oder nein?". Bei wirtschaftlichem Erfolg ist diese Kommerzialisierung wohl kaum zu vermeiden und soll auch gar nicht vermieden werden (von unschönen Details der Durchmischung von Gemeinnützigkeit und Kommerz - wie dem allzu großzügigen "Geschenk eines neuen Klos an die Gäste" oder Nebenaufgaben von Klo-Umbau-Architekten mal abgesehen). Abseits der Veranstaltungsszene geht es ähnlich zu. Besonders deutlich bei der Streichung der Subventionen des Vereins Echo, offenbar eine Strafe der Gemeinde dafür, dass sich die soziokulturelle Plattform für Jugendliche der 2. und 3. Generation nicht in den der MA13 zuzurechnenden Verein ICE integrieren wollte. Wobei Subventionen natürlich generell so eine Sache sind: die sogenannten Communitysender Orange 94.0 und OKTO wären ohne Subventionen der Gemeinde eher heute als morgen tot. Kritische Unabhängigkeit vom good will der Regierenden abhängig, na ja, so lange es gut geht, schön. Im Medienbereich ist ein Vergleich mit der Unabhängigkeit kommerziell erfolgreicher Sender mangels Pluralität in Österreich ja nicht möglich. Natürlich gäbe es ohne diese Umstände wahrscheinlich gar keine Subkultur, oder zumindest keine kommerziell überlebensfähige Subkultur für ein breiteres Publikum, das über einen rhiz-Stammgastpool oder ähnliche Einheiten hinausgeht, und wer sich anders (bzw. konservativer) regierte Städte und Regionen ansieht, wo entsprechende Gelder eben in den Schützenverein fließen, wird dies bestätigt bekommen. Aber kann das Motto tatsächlich "Subkultur ja, aber nur auf unserer Seite" sein? zurück zum Log |